Montag, 29. Dezember 2008

Halt's Maul und spiel!

Jahresabschlußkonzert der Donots in Osnabrück
In Begleitung meiner Rock am Ring-Truppe bin ich am Samstag auf dem Jahresabschlusskonzert der Donots in Osnabrück im Rosenhof gewesen. Nach der Vorgruppe deren Namen ich jetzt schon vergessen hatte kamen die Trashmoneys - geiler Sound, geile Show, gute Songs. Klingt wie The Hive, nur Instrumentaler. Ihr Video will ich euch nicht vorenthalten.





Danach die Donots. Zufälliger Weise wurden auch noch Aufnahmen für nen Video gemacht und die Truppe legte sich richtig ins Zeug. Natürlich auch wegen uns, dem Publikum. Wir (das Publikum) waren kaum zu bremsen.



Wir hatten ein neues Mitglied dabei und die Anderen hielten sich eher im Hintergund. Ich mal wieder mitten rein in den Pogo, hatte ja niemand auf den ich aufpassen durfte. Ein kleines dickes Mädchen nahm all ihren Mut zusammen und bahnte sich rabiat den Weg in den Pulk, nach 5 Sekunden hatte sie sich von irgendwo einen Ellenbogen eingefangen, taumelte und ging schließlich zu Boden. Tst, immer das Gleiche...



Gegen 0 Uhr war die Show vorbei und es ging zurück zur Unterkunft. Ich hatte einen Ohrstöpsel im Getümmel verloren und ärgerte mich noch über die kommenden zwei Tage mit Hintergrundgeräusch. Ja, ich weiß, ich bin ne Muschi aber mein Gehör ist mir zu Schade. Wir hatten mit 6 Leuten ein 8-Bett-Zimmer. Morgens war ich ein wenig genervt (Morgenmuffel). Die Jüngeren hatten bis um 3 Uhr den Flur unterhalten. Und ich sagte: "Jetzt hört mal endlich auf mit dem Kinderquatsch, ist ja nervtötend, wie auf Klassenfahrt." Ein paar Sekunden später fiel mir ein, dass die Jüngeren tatsächlich im Klassenfahrtalter sind. Hm, ich werd wohl doch langsam alt.

War auf jeden Fall nen hammergeiles Konzert. Nächstes Jahr gerne wieder.

Irgendwer fragte mich mal warum ich immer ein Stück nach Hinten gehe für meine bescheidenen Handy-Aufnahmen
  1. Um die Band noch drauf zu bekommen
  2. Damit mir im Gewusel nicht das Handy aus der Hand geschlagen wird und ich dann auch noch danach suchen muss
  3. Ganz vorne ist der Sound für die Aufnahmen noch besch... eidener

Sonntag, 14. September 2008

Punkrock Baby

Samstag den 13.09.2008, Sarstedt Open Air. Örtliches no-profit Punkrockfestival. Ich fuhr natürlich mit dem Fahrrad und kam gegen 15:00 Uhr an. Offizieller Start war 13:00 Uhr.

Carsten, wir kennen uns vom BUND, hatte mich schon vermisst. Zusammen mit seiner Frau, seiner Schwester und nem weiteren Freund waren sie schon bei Bier, Prosecco und Mineralwasser (seine Frau ist schwanger).



Die zweite Band spielte bereits: Die Traktor, richtig geiler oldschool Punkrock mit deutschen Texten. Die Ärmsten mussten schon so früh spielen dass noch keine Partystimmung aufkam. Nur langsam füllte sich der Platz.



Das Bier floss in Strömen, die Stimmung schwappt über und ich war nicht mehr zu halten. Sprang und Hüpfte vor den Boxen herum, schrie und grölte, bekleckerte mich mit Bier und Currywurst, kam also mal wieder richtig aus mir heraus.



Der Heimweg gegen 3 Uhr morgens auf dem Fahrrad war etwas abenteuerlich. Ich fluchte ständig dass mich die Autofahrer blendeten und wunderte mich, dass ich kaum was sah. Zu Hause viel mir dann auf, dass ich das Licht am Fahrrad vergessen hatte.

Gegen 9 wachte ich auf und bemerkte, dass ich mich in vollen Klamotten ins Bett gelegt und überall vergessen hatte das Licht aus zu machen. Noch immer vollstramm machte ich den Fernseher an.

10:15 Uhr, das Telefon klingelte. Trara, Kundengespräch! Völlig heiser halte ich mich wacker. Irgendwann im Lauf des Gesprächs merkte die Kundin dass ich noch besoffen war, sagte aber nix.

Danach bemerkte ich dass das Notebook noch lief. E-Mails erledige ich immer auf dem Notebook. Panisch schaute ich nach wann ich die letzte verschickte. Puuh, aufatmen, es ging keine komische Mail raus. Ich hatte einmal vollstramm ne komische SMS verschickt und fühlte mich peinlich an den Vorfall erinnert.

Auf arte lief die Verfilmung von Goethes Werther in der Neufassung von 2008, richtig klasse! Nach dem Film merkte ich sichtlich gerührt, dass ich endlich den Werther verstand. Damals in der Schule konnte ich sein Verhalten nicht nachvollziehen. Ich glaube erst wenn jemand das Glück hatte die ganz große emotionale Achterbahnfahrt selbst zu erleben kann man ihn verstehen.

Samstag, 23. August 2008

Freier beim BUND

Ich war 19!
Ok, einer aus meiner guten alten BUND-Zeit:
Ich parke meinen 3-Achser MAN-Gelände LKW rotzfrech vor dem Mannschaftsheim. Mein Beifahrer wollte sich ne Currywurst holen. Er hatte den heutigen Kantinenfraß verweigert und unweigerlich mitten im Fahrauftrag Hunger bekommen.
Mein Beifahrer läuft ins Mannheim (Abkürzung für Mannschaftsheim, es gibt vielleicht ja den einen oder anderen ungedienten Leser).
Ich steige aus dem Fahrerhäuschen und lehne mich an das Vorderrad.
Ein Vorgesetzter kommt vorbei. - "Föhl, was machen sie denn da?"
"Ich warte auf Freier."
- "Was tun Sie?"
"Ich warte auf Freier."
- "Wo sind hier Freier?!"
"Da kommt er ja!" Und zeige auf meinen Beifahrer."
- "Soldat, wie heißen Sie", blafft er meinen Beifahrer an.
"Freier, Christian Freier."
Was haben manche Menschen nur für merkwürdige Fantasien!

Dienstag, 8. Juli 2008

Schwuchtelverkleidung

Vor einigen Jahren, ich war 20
Faschingsfeier mit der Dorf-Gang. Fasching zieht sich ja bekanntlich über mehrere Monate - nur es war eben kein Rosenmontag oder etwa der 11.11. Es war zu einem Zeitpunkt an dem normale Menschen hier bei uns im Norden niemals auf dieses Wort kommen würden.
Es soll natürlich etwas Ausgefallenes sein. Kurzum entschließe ich mich als Putzfrau zu gehen. Ich finde die alte 70er Schütze meiner Mutter (sehr knapp und eng), darunter Stumpfhosen gegen die Kälte (mein Gott, hat mich das Anziehen dieser Dinger Überwindung gekostet), ein rotes, buntes Kopftuch, male mir meine schmalen Lippen dick und rot an, schnappe mir Eimer und Schrubber und verlasse im Dunkeln das Haus. Auf der Party angekommen erkennt mich meine Dorf-Gang kaum. Einige springen bei meinem Anblick gleich von der Bank: "Hey, ne neue Mietze!". Die Lacher hatte ich jedenfalls auf meiner Seite. Der Abend wird immer später, ich löte mich mit dem Gastgeber so richtig zu, die Anderen torkeln nach Hause. Morgens um 3 kommt er auf die grandiose Idee noch ins Ambergau (bei Bockenem) zu fahren. Dort angekommen ernten wir ungläubige Blicke: Ne kesse Putzfrau und nen Motorradrocker mit aufgemalten Stoppeln und angeklebtem Bart.
Erinnerung: es war sonst niemand verkleidet!
Schon macht der Laden dicht und wir lassen uns per Taxi weiter zu Dimmis in Seesen kutschieren.
"Was will denn die Schwuchtel hier?", tönt Dimmi. Als ich ihn einen Türken nenne verliert er fast die Fassung. Stolz wie Oscar demonstriert er im sonst leeren Lokal sein klassisch-griechisches Profil. Was jetzt kommt ist filmreif.
Dimmi will gerade abschließen, da fliegt die Tür auf. Die örtliche Rocker-Gang samt Anhang platzt morgens um 4 ins Bistro. Dimmi denkt nicht mehr an die Sperrstunde… Gut 30 Leute strömen hinein, ich mach mich an der Bar ganz klein: "scheiße, keine Chance, jetzt gibt es auf die Fresse." Mein Freund zieht sich langsam sein Rocker-Ledermütze vom Kopf und presst sie zwischen Beine und Theke. Mit der anderen Hand verdeckt er den angeklebten Schnurrbart. Ich ziehe mir inzwischen das Kleid aus und sitze in BH, Strumpf- und Unterhose auf dem Barhocker. Die Unterhose zum Glück über der Strumpfhose. Den BH friemele ich irgendwie ab. Schließlich kommen ein paar Mädels der Rocker zu uns herüber. So etwas hatten die noch nicht gesehen. Ruhig und gelassen, oben ohne, in Strumpf- und Unterhosen erkläre ich alles mit lallender Stimme. Sie kommen zum Schluss das wir keine Perversen sind und kehren irgendwann zu ihren Männern zurück. Ich tat dann so als würde ich auf der Bar einschlafen und schließe die Augen bis das Taxi kommt. Das Aufstehen war noch recht peinlich. Am Taxi wollte mich der Fahrer nicht mitnehmen. "Was? Meinetwegen könnte er hier mit nacktem Arsch rumstehen, mir doch egal. Aber der sieht so aus als würde er mir gleich die Karre vollkotzen." Nach einiger Überredungskunst waren wir dann zu Hause.

Mein South-Park-Pic

O.K., warum gerade als "alter Sexist" diese Abbildung? Das ergründen wir das nächste Mal!


Stellt euch Mal vor der Typ ist zu ner privaten Faschingsfeier eingeladen und tingelt danach blau wie ne Natter von Kneipe zu Kneipe. Hauptsache Spaß gehabt!
Nen eigenes pic könnt ihr unter sp-studio.de machen.

Unverhofft kommt dennoch

Wochenende
Ich habe mich bereits mit dem Gedanken an ein sehr ruhiges Wochenende gewöhnt und begann den Samstag mit ausschlafen. Ja, nach sooo langer Zeit hab ich es mir gegönnt. Am Abend (19:00 Uhr) wurde ich rege und musste was tun. Ich hole bei einem großen Möbelhaus einen Bausatz ab der bestellt werden musste und jetzt verfügbar ist. Ich denke das große Möbelhaus hat jeder Teen, Twen und alle knapp darüber schon aus unterschiedlichen Gründen verflucht.
Schon mal auf der Expoplaza in Hannover angekommen will ich mich bei meinen alten Professoren mal wieder blicken lassen und mir so ganz nebenbei die Diplompräsentationen der neuen Generation ansehen. Ich finde keinen Parkplatz in der Nähe des Gebäudes und parke abseits.
Beim Aussteigen höre ich eine angenehm ruhige weibliche Erzählerstimme und gehe der Stimme nach. Ich komme am Tschechischen Pavillion an und bleibe überrascht stehen. Eine Vernissage zur Literaturausstellung "Fährtenschreiber" www.faehrtenschreiber.de. Ich stellte mich dazu und lauschte der Laudatio. Allerdings sehe ich etwas deplaziert aus: fettige Haare, unrasiert, schwarzes NIN (Nine Inch Nails) T-Shirt und ernte so manche erstaunte Blicke. Die Ausstellung und Vernissage entpuppt sich als echter Geheimtipp: Laudatio von Feinsten, Live-Musik, Sekt, Häppchen und Kultur auf die Omme. Thema: Zitate aus Reiseberichten Zeitgenössischer Literaten. Besonders bewegt mich "Schiffbruch mit Tiger", von Yann Martell.
Vertieft in die Texte klingelt mein Handy: ich werde zu einem Nach-Rock-am-Ring-Treffen bei besten Freunden eingeladen. O.K. halbe Stunde noch Kultur, dann Schlafsack, Bier, Zahnbürste und Bratwurst holen und ab dafür.
Es war ein toller Hof- und Gartenabend mit Feuertonne, Bier und guter Gesellschaft. Danke dafür! Das nächste bzw. übernächste Mal erwarte ich euch in meinem Haus!

Nachtrag:
Bis jetzt ist scheinbar noch keine Website online unter der angegebenen Adresse. Die Ausstellung ist übrigens klein aber hochinteressant und obendrein kostenlos.
5. bis 20. Juli 2008, Tschechischer Pavillion, SydneyGarden 9, EXPO-Gelände Hannover. Hab den hier noch gefunden: http://www.permondo.de/events/30794

Zwei neue Begrifflichkeiten

Am Wochenende und am Donnerstag davor
Jan, mein bester Sandkastenfreund brachte mir am Donnerstag zwei neue Begrifflichkeiten bei: "…der ist mit 2,0 auf dem Kessel durch die Stadt gefegt…" und "Maurerdekolleté". Beides brachte ich bei Freunden am Wochenende vor der Feuertonne im Garten anschaulich dar.

Montag, 7. Juli 2008

Überraschung auf dem Sitz

Vor etlichen Jahren
Ich, klein Föhlchen, 4. Klasse, sitze im Schulbus ausnahmsweise vorne, da wo die Streber sitzen. Störy, ein kleines Dorf auf dem Schulweg, ein etwas älteres Mädchen, der letzte verbleibende Platz, sie setzt sich neben mich. Ha, endlich!
Verschämt kucke ich aus dem Fenster.
Sie rutscht auf dem Sitz hin und her, kreuzt die Beine, gibt seltsame Geräusche von sich. Hin und wieder schiele ich hinüber.
Der Weg führt über alle Dörfer, vorbei an Vieh und Feldern.
"Boah, Fenster zu!", schreie ich, "in Bönnien konnt man wieder nicht an sich halten!", "wasn los? watt hastn? Wir riechen nix!", schreit man von hinten.
Ich halte die Klappe.
Der Bus fährt in Bockenem erst die Realschule an. Es wird hektisch. Sie bleibt sitzen. Alle stehen, strömten und schubsen die Stufen hinab. Sie bleibt sitzen. Ich drehte mich um: "Also, wenn de jetzt nicht abhaust fährste weiter bis zur Grundi." Ihr Kopf bewegt sich nicht. Ich schaue wieder aus dem Fenster. Blitzschnell springt sie auf und erreicht mit einem dunklen Fleck auf der Jeans als Letzte den Ausstieg. Hinter ihr schließen sich die Türen. Der Bus fährt wieder an. Ich schaue neben mich.
"Ihhhh", sie hatte neben mir auf den Sitz gekackt! Fein gesiebt durch ihre Blue-Jeans hatte sich neben mir eine stinkend- dickflüssige Lache gebildet, die kurzerhand im Taschentuch des Busfahrers verschwindet. Fachmännisch wird das Stofftaschentuch, mit rot bestickten Initialien, jetzt ein triefend quellender Sack, durch das offene Fenster im Fahren entsorgt.
Ein Hoch auf unsern Busfahrer…

"Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne", blablabla

All so beschloss ich meine kleinen alltäglichen Abenteuer mit anderen zu teilen, welch noble Geste möchte man meinen, doch nein, Spötter behaupten Blogs dienen lediglich dem persönlichen Exhibitionismus und der eigenen Eitelkeiten. Nun ja, dem muss ich mich wohl anschließen.
Mann, bin ich eitel weil ich ein Blog eröffne.
Ich denke es ist einfach das geeignete Medium für das was ich hier zum Besten geben will.

Hier will ich Mal nicht über den Job schreiben, es reizt mich das alltägliche Abenteuer, die kleinen Geschichten, die das Leben urkomisch, aberwitzig und verrückt sein lassen. Vielleicht bin ich auch derjenige der diese Geschichten magisch anzieht, vielleicht auch nur derjenige der ihnen Beachtung schenkt. Urteilt selbst.

Eins noch vorweg, die Geschichten sind authentisch, allerdings will ich natürlich lieben Mitmenschen Peinlichkeiten ersparen. Ich werde mir also die Veröffentlichung der Besten Geschichten verkneifen.

Für den Anfang hatte ich mir folgenden Rhythmus vorgenommen:
  • Eine aktuelle
  • Eine aus der Vergangenheit