Montag, 7. Juli 2008

Überraschung auf dem Sitz

Vor etlichen Jahren
Ich, klein Föhlchen, 4. Klasse, sitze im Schulbus ausnahmsweise vorne, da wo die Streber sitzen. Störy, ein kleines Dorf auf dem Schulweg, ein etwas älteres Mädchen, der letzte verbleibende Platz, sie setzt sich neben mich. Ha, endlich!
Verschämt kucke ich aus dem Fenster.
Sie rutscht auf dem Sitz hin und her, kreuzt die Beine, gibt seltsame Geräusche von sich. Hin und wieder schiele ich hinüber.
Der Weg führt über alle Dörfer, vorbei an Vieh und Feldern.
"Boah, Fenster zu!", schreie ich, "in Bönnien konnt man wieder nicht an sich halten!", "wasn los? watt hastn? Wir riechen nix!", schreit man von hinten.
Ich halte die Klappe.
Der Bus fährt in Bockenem erst die Realschule an. Es wird hektisch. Sie bleibt sitzen. Alle stehen, strömten und schubsen die Stufen hinab. Sie bleibt sitzen. Ich drehte mich um: "Also, wenn de jetzt nicht abhaust fährste weiter bis zur Grundi." Ihr Kopf bewegt sich nicht. Ich schaue wieder aus dem Fenster. Blitzschnell springt sie auf und erreicht mit einem dunklen Fleck auf der Jeans als Letzte den Ausstieg. Hinter ihr schließen sich die Türen. Der Bus fährt wieder an. Ich schaue neben mich.
"Ihhhh", sie hatte neben mir auf den Sitz gekackt! Fein gesiebt durch ihre Blue-Jeans hatte sich neben mir eine stinkend- dickflüssige Lache gebildet, die kurzerhand im Taschentuch des Busfahrers verschwindet. Fachmännisch wird das Stofftaschentuch, mit rot bestickten Initialien, jetzt ein triefend quellender Sack, durch das offene Fenster im Fahren entsorgt.
Ein Hoch auf unsern Busfahrer…

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